Der Tsunami 2004 in Khao Lak und Thailand

die große Welle die alles in Khao Lak veränderte

Heutige Besucher der beliebten Urlaubsregion in Südthailand müssen sehr genau hinschauen um noch Spuren des verheerenden Tsunami vom Dez. 2004 zu entdecken.

Längst tummeln sich wieder Urlauber an den schönen Stränden von Khao Lak und übernachten in den zum Teil neu gebauten Hotels entlang der Küste. Genau so friedlich und schön war es auch am Morgen des 2. Weihnachtstags 2004 und niemand ahnte was auf sie zukam. Die riesige Flutwelle traf ohne jede Vorwarnung aufs Land, überschwemmte mit unfassbarer Kraft die Küstenregion, zerstörte alles was sich ihr in den Weg stellte und riss Tausende von Menschen in den Tod. Wie konnte das passieren?

Was ist eigentlich ein Tsunami?

Das Wort „Tsunami“ stammt aus dem japanischen und bedeutet übersetzt „Hafenwelle“, auch „Erdbebenwoge“ genannt. Er entsteht meistens als Folge eines unterseeischen Erdbebens oder eines Vulkanausbruchs, welche zu einer plötzlichen Hebung und Senkung von Teilen des Meeresbodens führen. So entsteht eine besonders lange Wasserwelle die sich mit großer Geschwindigkeit des Bebens in alle Richtungen fortbewegt. Trifft die Welle auf flachere Küstengebiete wird sie gestaucht, und richtet sich so zu einem Wellenberg auf der aufs Land trifft. Dank seiner ungeheuren Kraft kann sich die Welle kilometerweit ins Land vorschieben. Nähere Hintergrundinformationen finden Sie bei Wikipedia

Nicht jedes Beben oder jeder Vulkanausbruch führt zu einem Tsunami.

Man weiß heute, dass ein Beben mindestens eine Stärke von 7 haben muss, das Auge muss nahe der Erdkruste am Meeresgrund liegen, und es muss eine vertikale Verschiebung des Meeresbodens verursachen.

Dem Tsunami, der auch Khao Lak mit voller Wucht traf, ging ein Beben der Stärke 9,0 auf der Richterskala voraus, und war somit das viertschwerste Beben dass in 100 Jahren gemessen wurde. Das Epizentrum lag vor der Westküste Nord-Sumatras im indischen Ozean, und die katastrophale Welle brauchte gerade mal eine Stunde um die Küsten Südthailands zu erreichen. Ein Frühwarnsystem gab es damals noch nicht.

Vergleich: Damals und Heute

Ausblick vom Strand
Ausblick vom Strand

Der Tsunami traf die Küstenregion damals besonders hart, Einheimische, burmesische Wanderarbeiter sowie Touristen wurden zu Tausenden von der riesigen Welle erfasst und getötet. Die Welle fraß sich bis zu 3 Kilometer ins Land hinein. Sie hinterließ eine Spur der Verwüstung und einen bleibenden Schock bei allen Überlebenden. Es dauerte Monate bis man wirklich alle Ausmaße des Tsunamis erfassen konnte, und sich die Starre der Menschen dieser Region langsam löste. Man begann nach und nach mit dem Wiederaufbau der Gebäude, Schiffe, Schulen und der sehr wichtigen touristischen Einrichtungen als lebensnotwendige Einnahmequelle.

Heute ist die Region belebt und beliebt wie nie zuvor mit vielen Besuchern aus dem In- und Ausland. Ein Tsunami-Memorial, ein Museum und ein Polizeiboot das von der Welle ca. 2 Kilometer weit ins Inland getragen wurde, erinnern heute noch an das unfassbare Ereignis das Khao Lak veränderte.

Frühwarnsysteme sind heute Standard

Natürlich gibt es keinen Schutz vor solchen Flutwellen selbst, aber Frühwarnsysteme können die Tragweite solcher Katastrophen begrenzen und somit Menschenleben schützen. Die besonders gefährliche Region im indischen Ozean, die auch den Tsunami im Dez. 2004 auslöste, verfügt nun über ein solches Tsunami Frühwarnsystem. In Khao Lak selbst wurden an zahlreichen Stellen Warnschilder aufgestellt um anzuzeigen wie weit ein Tsunami ins Land vordringen kann, und den Menschen auch Fluchtwege aufzuzeigen falls es noch einmal zu einer solchen Katastrophe kommen sollte. Die Hotels und Gemeinden veranstalten regelmäßige Schulungen um alle Bewohner und Angestellten für den eher unwahrscheinlichen Fall des Falls vorzubereiten. Auch jedes Schulkind kennt heute die Anzeichen eines Tsunamis und weiß sich selbst und andere in Sicherheit zu bringen. (Weiterführende Informationen zum Thema Frühwarnsystem auch hier)

Die Fröhlichkeit und das Lächeln sind längst in die Gesichter der Menschen zurückgekehrt. Geblieben ist der Respekt vor der Macht der großen Welle.